Grobschliff - Formgebung
 

 

   
Der Grobschliff  
   
Siliciumcarbid mit grober Körnung ist sehr günstig und daher bei der „Formgebung“ zu empfehlen. In einer großen Trommelmaschine kann man z.B. anfangs Körnung F 30 einsetzen. Bei den gängigen Hobby-Spiratoren mit z.B. 3,5 l Inhalt ist zu Beginn eher eine Körnung ab F 80, bei schon runden Steinen (Bach) unter Umständen auch F 220 zu empfehlen.
Mit diesen Körnungen muss man die Steine so lange schleifen, bis sie in etwa die gewünschte Form haben. Ein schöner Trommelstein ist rund.

Und rund ist rund, und nicht eckig. Kaufen Sie einen Trommelstein, sehen Sie ihn sich genau an und vergleichen Sie ihn mit Ihren Stücken. Alles, was Ecken hat, muss weg.

Ein geschliffener Stein gewinnt erst durch das, was weggeschliffen wird. Risse, Dellen und Ecken müssen entfernt werden, nur dann wird das Resultat gut. Besonders härtere (Quarze) und zähe Mineralien (Achat, Chalzedon, versteinertes Holz, Smaragd, Jaspise) brauchen mitunter sehr lange, bis sie wirklich schön rund sind.
Geben Sie Pulver etwa nach folgender Anweisung hinzu:
Das Pulver ist mit der Zeit aufgebraucht und muss nach spätestens 3 Tagen Laufzeit gewechselt werden. Waschen Sie alle Steine so lange gut durch, bis das Wasser nicht mehr schmutzig wird. Dann füllen Sie die Maschine wieder mit diesen Steinen und neuem Pulver. Je nach Art und Form der Mineralien kann es so durchaus sein, dass die Steine 3 – 4 Wochen laufen müssen (alle 3 Tage Schleifmittel wechseln!). Bei sehr großen kommerziellen Maschinen (rundlaufende Trommeln) kann man die Rotationsgeschwindigkeit stark erhöhen, wodurch sich die Verarbeitungszeit verkürzen lässt.

Ebenso verhält es sich mit dem Wasser. Füllen Sie für den Anfang so viel ein, dass der Boden ca.1-2 cm hoch bedeckt ist. Ist zu viel Wasser in der Maschine, so dreht sich die "ganze Menge um sich selbst".
Bei einer runden Trommelmaschine können Sie etwas mehr Pulver hinzugeben. Erwischt man etwas zu wenig oder zu viel, ist der Schleifvorgang nicht ohne Wirkung, jedoch ist der Abrieb etwas schwächer. Das ideale Mischungsverhältnis muss man selbst ermitteln. Nach F 80 kann man direkt zu F 400 übergehen.

   

Wer schon vorgerundete Steine (z.B. Flusskiesel, Steine vom Strand) selber schleifen möchte, dem genügen bereits ein oder zwei Läufe mit 220er- oder 400er-Siliciumcarbid Schleifpulver.

   

Mit diesen Körnungen wird noch aktiv Material abgetragen. Sie können auch noch die Formgebung beeinflussen. Besonders 400er-Siliciumcarbid Schleifpulver scheint einen aggressiven Eindruck zu machen. Alles, was feiner ist, ändert die äußere Form fast nicht mehr, sondern bearbeitet fast ausschließlich die Oberfläche.

   

Der Feinschliff

 

Überprüfen Sie nochmals das Füll-/Mischverhältnis in der Maschine.

   

Nach einer Schleifdauer von 3 Tagen mit 400er-Siliciumcarbid (wieder auswaschen) kann man direkt zu 800er (ebenfalls 3 Tage – wieder auswaschen) und zu 1200er übergehen.
F 1200-Siliziumkarbid ist nicht überall erhältlich, aber sehr wirkungsvoll. 1000er-Pulver hinterlässt eine bei weitem noch nicht so gute Oberfläche wie 1200er-Pulver. Zwar ist optisch kein Unterschied erkennbar, eine Politur wird jedoch nach einem Endschliff mit 1200er-Siliciumcarbid wesentlich schneller und besser angenommen.

   

Allgemein kann man sagen, dass man von grobem Pulver mehr braucht als von feinem. Feines Pulver verteilt sich besser über die Steine – schließlich enthält die gleiche Gewichtsmenge auch mehr einzelne Pulverkörner.

   

Zuviel Pulver wird dann verwendet, wenn ein gleichmäßiger und schneller Lauf der Steine nicht mehr gewährleistet ist.


Wassermenge:

 

Bei rundlaufenden Trommelmaschinen sollte das Wasser ca. 70 % der Steine bedecken. Ist die Trommelmaschine mit (Roh-)Steinen befüllt, so muss die Trommel etwa halb voll mit Wasser sein.
Sind die Steine schon rund, ist weniger Wasser notwendig. Bei zu wenig Wasser verschlammt der Inhalt zu schnell und „läuft“ nicht mehr gleichmäßig, sondern „schlägt“ mehr. Die Trommelsteine erhalten dadurch tiefe Dellen, die man erst wieder mühsam ausschleifen muss.

   

Es empfiehlt sich, zuerst nur etwas Wasser in den Spirator einzufüllen. Dann die Steine hinzugeben und das Gerät einschalten. Während des Laufes kann man Siliziumkarbid-Schleifpulver und ggf. noch Wasser beigeben.
Die Steine müssen sich schnell bewegen. Dies ist auch der Fall, sobald das Schleifpulver aufgebraucht ist (nach 3 Tagen). Eventuell können Sie versuchen, mit einer geringen Wasserzugabe den Schleifvorgang nochmals zum Laufen zu bringen.
Auch wenn der Schleifschlamm zu zäh wird, kann man beim Spirator noch vorsichtig etwas Wasser dazugeben.
Manchmal wird empfohlen, Zusätze wie Spülmittel etc. hinzuzugeben. Es besteht dabei allerdings immer die Gefahr, dass sich Schaum in der Trommelmaschine bildet. Dadurch wird die Bewegung der Steine weitgehend unterbunden bzw. gebremst. Sollte es dafür nicht wirklich zwingende Gründe (aus eigener Beobachtung) geben, wird an dieser Stelle eher davon abgeraten.